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Ein frühes und ein spätes Werk der Stiftung: Zwei Waldohreulen von 1905 und Tote Amsel im Schnee von 1956
Dieses Bild ist im Werkverzeichnis von 1994 unter den "undatierten Ölbildern" aufgeführt. Bei einer Reinigung des Werkes kam nun unten links die Signatur "Ad. Dietrich" und auch die Datierung "1905" zum Vorschein. Ein sehr erstaunliches Bild: Die Darstellung der Tiere ist noch etwas stilisiert, die Bildanlage aber schon sehr gekonnt und ausgewogen. Das Beste jedoch ist die Seelandschaft im Hintergrund mit dem gelb-roten Abendhimmel: Solche tonale Farb- und Lichtverläufe gibt es bei Dietrich erst wieder ab 1917.
Dietrich hat in seinem Leben unzählige Vogelbilder geschaffen, darunter auch solche von ausgestopften und toten Tieren. Im Februar 1956 herrschte in Berlingen eine eisige Jahrhundertkälte, und Dietrich malte ein Jahr vor seinem Tod dieses berührende Bild einer im Schnee liegenden toten Amsel. Auf der Rückseite des Malkartons notierte er mit Kugelschreiber: "Verfrorene-verhungert(e) Amsel-Feb. 1956". Die dezente Farbgebung und vor allem die kühne, spannungsvoll-asymmetrische Komposition muten fast modern an.